16. Gebot: Bestimmtheit
Kraftvoll Handeln
Innere
Stille und äußeres kraftvolles Handeln mit Herz ist der Weg, wenn man im Alltag
(des Dualismus) verankerte spirituelle Heilarbeit ausüben möchte. Ein vom
Alltag abgehobener Heilarbeitsansatz, der keine Integration in die ganz normale
Welt vor der eigenen Haustür einschließt, produziert abgehobene Leuchtis, aber keine real agierenden und interagierenden
Menschen. Heilarbeit ist wie Spiritualität in einem jeden Tag tief im Alltag
verankert, natürlich und menschlich. Kraftvolles und bodenständiges Handeln
ist ein Teil von ihr. Bestimmtheit (bestimmt handeln) und Präsenz zeigen ist der Weg.
Bestimmtheit heißt Führung
Viele Menschen suchen sehnsüchtig Heilung mit einem Teil ihres Wesens, und weichen ihr mit einem anderen Teil ihres Wesens ebenso beständig aus. Das sind diejenigen, die dann ausbüchsen wollen, wenn es ans Eingemachte geht, das heißt um Themen, welche sie prompt nicht wahrhaben wollen. Es sind diejenigen, die vor der Tür des Behandlers auf dem Absatz kehrt machen. Psychologen nennen dies Widerstand. Widerstand hat aber einen guten Sinn. Instinktiv vertrauen wir uns nämlich am liebsten Menschen an, welche ein gutes Herz haben (Liebe), durchschaubar, klar und authentisch sind (Bewusstsein) sowie uns auch dann begleiten und halten können, wenn es andere mit der Angst bekommen (Kraft).
Bestimmtheit ist nur ein anderes Wort für den letzten Punkt. Ein Wort für kraftvolle Unterstützung, Schutz, Beständigkeit, klare Führung, Halt, Verlässlichkeit, Rückendeckung, etc. Erst dies gibt einem Klienten die Sicherheit, sich in einer Sitzung einzulassen und Heilung zu erlauben. Strahlt ein Heiler Unsicherheit aus, wird dies schwieriger. Strahlt der Bestimmtheit aus, fangen wir an uns zu entspannen, da er nicht umfällt, wenn wir es mal tun.
Standing heißt innere Freiheit
Bestimmtheit verlangt vom Träger Standing. Diese Wort steht bildlich gesehen dafür, sich fest wie ein Baum hinzustellen und, in unserem Falle, für den Klienten da zu sein. Um Standing zu haben und eine Sitzung „bestimmt“ durchführen zu können, brauchen wir als Heiltherapeuten einen guten Halt in uns selbst. Sind wir wacklig, werden wir niemanden halten bieten können. Sind wir unsicher, wird unser Gegenüber auch unsicher. Sind wir ungeerdet und versponnen, wird das ganze eine Kopffarce und keine Heilsitzung. Wir brauchen Selbständigkeit und Eigenständigkeit. Haben wir diese nicht, werden wir dazu neigen, uns selbst am Klienten anzulehnen oder ihn gar für unsere Bedürfnisse zu missbrauchen. Wir müssen frei sein, um uns wirklich auf den seelischen Wellengang des Klienten einlassen zu können, ohne mitgerissen oder umgeworfen zu werden. Unsere eigene Kraft hingegen überträgt sich als Vertrauen auf unser Gegenüber - und unsere Bestimmtheit wird zur Stütze des Klienten.
